Haare färben in Schwangerschaft und Stillzeit – Ein Risiko fürs Kind?
Schätzungsweise 40% aller erwachsenen Frauen in Industrieländern färben sich dir Haare. Doch wie sieht es mit dem Haare färben während Schwangerschaft und Stillzeit aus? Sind die chemischen Färbemittel unbedenklich für das Kind?
Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann bei einigen Frauen zu stumpfen, strähnigen Haaren führen. Viele Frauen würden sich also gerade während der Schwangerschaft eine neue Frisur und Haarfarbe zulegen. Andere färben sich seit Jahren die Haare und wollen auch in Schwangeschafts- und Stillzeit nicht darauf verzichten. Doch können die Chemikalien in den Haarfärbemitteln dem Kind schaden?
Haare färben während der Schwangerschaft?
Die Expertenmeinungen über das Haare färben in der Schwangerschaft und Stillzeit gehen auseinander. Zwar konnte eine schädliche Wirkung auf Babys bisher nicht nachgewiesen werden, doch auch ein Beweis für das Gegenteil existiert nicht. So raten viele Ärzte vom Beauty-Trend Haare färben ab, während der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks das Färben als gesundheitlich unbedenklich einstuft. Besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollte jedoch vorsichtshalber auf die chemischen Mittel verzichtet werden. Denn einige in den Färbemitteln verwendete Chemikalien stehen nach wie vor im Verdacht krebserregend zu sein oder das Erbgut zu schädigen.
Haare färben – Chemikalien in Muttermilch und Fettgewebe
Über die Kopfhaut gelangen einige chemische Stoffe in den Organismus der Frau und werden so an das Ungeborene weitergegeben. So konnten Forscher der Universität Heidelberger Spuren einiger in Haarfärbemitteln enthaltener Chemikalien in Muttermilch und Fettgewebe eines Kindes nachweisen. Jedoch nicht in einer so hohen Konzentration als das es schädlich gewesen wäre. Bei Tierversuchen wurde herausgefunden, dass die in Haarfärbemitteln verwendeten Chemikalien durchaus schädliche Wirkungen entfalten können. Allerdings wurde bei den Versuchen mit einer sehr hohen Konzentration der Chemikalien getestet, die in dieser Form nicht in den Färbemitteln vorkommen. Sie können somit nicht als repräsentativ angesehen werden. Hinzu kommt, dass alle auf dem Markt befindlichen Mittel strengen Kontrollen durch die wissenschaftlichen Komitees wie BG bzw. BGVV unterzogen werden und offensichtlich schädliche Mittel nicht zugelassen werden würden.
Alternativen zum Färben in der Schwangerschaft
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf das Färben der Haare während der Schwangerschaft und der Stillzeit verzichten. Es gibt jedoch auch Alternativen zu der umstrittenen Färbung. So kann man sich anstelle einer kompletten Färbung nur Strähnchen machen lassen. Dabei gelangt nur wenig Färbemittel auf die es absorbierende Kopfhau und somit weniger Chemikalien in den Organismus. Als völlig unbedenklich gelten hingegen pflanzliche Haarfärbemittel, wie Henna. Auch Farbshampoos, die auf Naturextrakten basieren können ohne bedenken verwendet werden. Der Griff zur Tönung hingegen bietet keine sichere Alternative. Hier sind oftmals dieselben Inhaltsstoffe wie in permanenter Haarfarbe enthalten.
